• Peggy & Jörg

Licht im Körper

Rasant werden in dieser Jahreszeit unsere Tage kürzer und damit bleiben uns auch wieder weniger Möglichkeiten unseren Körper mit nahrhaftem Tageslicht zu versorgen.

Sonnenlicht ermöglicht alles Leben auf diesem Planeten. Es beeinflusst wirklich jeden Bereich, nährt uns, wirkt auf unsere Hormone und unsere Psyche, es bestimmt unseren Rhythmus, ja, Licht steuert uns.

Mit der Erfindung der Glühbirne hat sich das Leben des Menschen drastisch verändert. Heute gibt es unzählige verschiedene Leuchtmittel, mit denen wir inzwischen ganz bewusst auf unser Wohlbefinden Einfluss nehmen können und doch ist das Tageslicht unersetzbar.

Registriert das Pigment Melanopsin unserer Netzhaut viel Blauanteil im sichtbaren Licht, werden diese Informationen zum suprachiasmatischen Nukleus (SCN), einem Nervengeflecht in unserem Gehirn, und von dort unter anderem an die Zirbeldrüse weitergeleitet. Diese beiden Bereiche sorgen dafür, dass wir während des Tages leistungsfähig bleiben und in der Nacht erholsam schlafen.

Je weniger Tageslicht auf unsere Netzhaut fällt, umso stärker wird die Melatoninproduktion in unserer Zirbeldrüse angeregt. Wir werden müde, Körpertemperatur und Blutdruck sinken, Puls und Atmung verlangsamen sich. Wird es heller, veranlasst das SCN die Bildung unseres Glückshormons Serotonin. Wir fühlen uns ausgeschlafen, leistungsfähig und unsere Stimmung hebt sich.

In Büros finden wir häufig, dem Tageslicht ähnelndes, sehr blau betontes Licht, um ein Umfeld zu gestalten, das Konzentration und Leistungsfähigkeit möglich macht.

Ist der Körper allerdings vor dem Schlafen blaulastigem Licht ausgesetzt, sei es durch Computer, Smartphone, kalte LEDs oder andere blau betonte Leuchtmittel, stört dies die Melatoninproduktion und nimmt damit Einfluss auf unseren Hormonhaushalt und unseren Tag Nacht Rhythmus. Natürlich kann umgekehrt auch wenig Tageslicht zu vermehrter Müdigkeit bis hin zu Depression führen.

Unsere Haut reagiert auf das Sonnenlicht mit der Synthese von Vitamin D, einem für unsere Knochen, Muskeln, Haare, aber auch unsere Nerven, unser Herz-Kreislaufsystem und unser Immunsystem essentielles Vitamin. Nur 20% des notwendigen Vitamins werden über die Nahrung aufgenommen, was deutlich macht, wie wichtig das Sonnenlicht für unseren Körper ist.

Inzwischen ist auch bekannt, dass ultraviolettes Licht antientzündlich auf unseren Körper wirkt, indem es bestimmte Zellen des Immunsystems hemmt. Insbesondere der blaue Anteil des Lichts, mit Wellenlängen von 450 Nanometern kann tief in die Haut eindringen und dort heilend wirken.



Wirklich faszinierend ist die Entdeckung Katarina Ondrusovas von der University of Alberta und ihrer Kollegen. Sie fanden heraus, dass Fettzellen des Unterhautgewebes auch den lichtempfindlichen Farbstoff Melanopsin enthalten. 1,5-2% des blauen Lichtanteils dringen ins Unterhautfettgewebe vor und bewirken dort ein Schrumpfen der Fettzellen. Umgekehrt führt Lichtmangel im Winter zu vermehrten Fetteinlagerungen und damit zum sogenannten, vor der Kälte schützenden, Winterspeck.

Die durch das Sonnenlicht angeregte Serotoninproduktion wirkt sich nicht nur sehr angenehm auf unsere körperliche, sondern auch auf unsere geistige Leistungsfähigkeit aus. So hat man bei Nagetieren beobachten können, dass ihre Lern- und Merkfähigkeit nach einer langen Phase Dämmerlicht abgenommen hatte. Im Hippocampus war weniger Wachstumsfaktor vorhanden, der für das Wachstum neuer Neuronen und Synapsen verantwortlich ist.

All das sind nur einige, der vielen wunderbaren Einflüsse des Lichts auf unseren Körper, unseren Geist und unsere Seele, die aufzeigen, dass wir jede Gelegenheit nutzen sollten, um unserem Körper auch in den Wintermonaten möglichst viel Tageslicht zu schenken.

Es ist im wahrsten Sinne ein Akt der Selbstliebe, indem es für mehr Wohlbefinden sorgt.

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