• Peggy & Jörg

Hara

„Der Bauch ist Meister aller Künste“ Aulus Persius Flaccus (34-62, römischer Dichter)

Das Hara wird als einer der wichtigsten Aspekte im japanischen Leben und den spirituellen Praktiken angesehen.

Hara bedeute einfach Bauch. Auf einer tieferen Ebene dieses Wortes bedeutet Hara: Die wahre Natur eines Menschen, mit der er wahrhaftig Mensch sein kann. Also ist es nicht nur ein physisches Zentrum im Körper, sondern auch das Zentrum unserer wahren Natur.

Unsere 'Bauch rein Brust raus-Mentalität', mit ihren körperlichen, geistigen, emotionalen und energetischen Mechanismen trennt uns von unserer Mitte, unserem körperlichen und energetischen Schwerpunkt im Unterbauch.

Beispielsweise der japanischen Ausdruck „hara o waru“- aufschlitzen des Haras/Bauches. Dieser Ausdruck bedeutet nicht buchstäblich, dass jemand dies tut, es repräsentiert jemanden, der oder die aufrichtig ist und die Wahrheit spricht – offen und freimütig. Wenn wir uns an unsere wahre Natur erinnern, dann sind wir komplett offen und zwanglos mit uns selbst und sprechen die Wahrheit. Das Wort Hara hat also eine tiefere Ebene als nur die simple Bedeutung Bauch.

Die allgemeine Einstellung zur Spiritualität, dass der spirituelle Pfad, dem jemand folgt, sich in den energetischen Zentren im Kopf entfalten muss (genannt werden oft das dritte Auge oder das Kronenzentrum), ist einer der hauptsächlichen Gründe für die moderne Sehnsucht danach, Spiritualität eher vom Intellekt her begreifen zu wollen als vom Standpunkt des Erfahrens.

In allen traditionellen spirituellen Praktiken wird zunächst ein solides Fundament gebraucht, um spirituell wachsen zu können. Dieses Fundament befindet ist unter deinem Nabel.

Traditionell wurde es in Japan als vorteilhaft betrachtet, wenn jemand einen hervorstehenden Bauch hatte – das war ein Zeichen eines starken Hara und eines stabilen Lebens. In der modernen Welt jedoch verbergen wir unsere Bäuche und strecken unseren Brustkasten hervor. 

Eine kleine Übung:

Die physische Stelle deines Hara ist einige Fingerbreit unter dem Nabel innerhalb des Körpers, dem Rückgrat näher als dem Nabel. Wie schon erwähnt ist nicht die physische Stelle so wichtig, sondern der energetische oder spirituelle Aspekt dieser Beschreibung.

1)    Setze ich in eine für ich bequeme Haltung auf den Boden

2)    Atme in drei Durchgängen die vollständige Yogi-Atmung

3)    Lege nun deine linke Hand auf die Stelle unterhalb deines Nabels

4)    Atme tief hinein und lass die Energie über die rechte Hand ausströmen

Ich habe eine ganze Zeit gebraucht, mein Verhalten dahingehend zu verändern und gerade in angespannten Momenten meinen Bauch loszulassen und mein Hara zu aktivieren.

Wie geht es dir damit?

Wo ziehst du den Bauch ein?

dein Jörg

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Mitglied im Berufsverband der Yoga Vidya Lehrer/innen (BYV) und 

Mitglied im Yin (Faszien)-Yoga & Kinder-Yoga Fachberufsverband (BYV)

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